Schnel­ler als gedacht gehen zwei vol­le Kon­fe­renz­ta­ge vor­bei – und schnel­ler als gedacht ver­flie­gen auch die Wochen danach, in denen erst­mal alle Ein­drü­cke sor­tiert und ver­ar­bei­tet wer­den müs­sen, die Ener­gie­re­ser­ven wie­der auf­ge­la­den und natür­lich auch neue Pro­jek­te und Her­aus­for­de­run­gen nicht auf sich war­ten las­sen. Bevor wir jedoch wie­der voll ein­stei­gen in die Pla­nung der nächs­ten Kon­fe­renz (…nach der Akti­Ko ist vor der Akti­Ko!) möch­ten wir aus Organisator:innen-Perspektive noch ein­mal zurück­bli­cken auf die­ses beson­de­re Wochen­en­de Mit­te April, das wie­der ein­mal bewie­sen hat, wie stark, krea­tiv und ener­gie­ge­la­den unse­re Zivil­ge­sell­schaft ist.

Rund 180 enga­gier­te Teil­neh­men­de bei der Akti­Ko (Frei­tag und Sams­tag) und am Sams­tag­mit­tag 15.000 Men­schen auf der Stra­ße bei der Demo gegen die fos­si­le Wirt­schafts­po­li­tik von Kathe­ri­na Rei­che! So kann es ger­ne wei­ter­ge­hen 🙂

Schwer­punk­te

Mit der AktiKo.5 woll­ten wir an den Erfolg des Zukunfts­ent­scheids anknüp­fen und vor allem an die Zuver­sicht, die die Mehr­heit der Hamburger:innen mit ihrem Ja für ambi­tio­nier­ten Kli­ma­schutz zum Aus­druck gebracht hat. Wir haben als Stadt und als Kli­ma­be­we­gung im ver­gan­ge­nen Jahr etwas Groß­ar­ti­ges geschafft! Jetzt fängt aber erst die eigent­li­che Arbeit an…

Dar­um war einer der inhalt­li­chen Schwer­punk­te der AktiKo.5 die kon­kre­te Umset­zung des neu­en Kli­ma­schutz­ge­set­zes, ins­be­son­de­re was die Gestal­tungs­räu­me & Mög­lich­kei­ten der Zivil­ge­sell­schaft betrifft. Genau­so nah­men wir aber auch ande­re kom­ple­xe The­men in den Blick wie die Bekämp­fung von sozia­ler Ungleich­heit (etwa durch die Umver­tei­lung von Ver­mö­gen) und die Stär­kung und Erneue­rung der Demo­kra­tie.

Für uns steht fest, dass öko­lo­gi­sche und sozia­le Fra­gen untrenn­bar mit­ein­an­der zusam­men­hän­gen. Bei der Akti­Ko wol­len wir dar­um immer das Ver­bin­den­de suchen, Men­schen mit viel­fäl­ti­gen Exper­ti­sen, Erfah­run­gen und Per­spek­ti­ven zusam­men­brin­gen und aus die­ser Mischung neue Hand­lungs­ori­en­tie­run­gen und gemein­sa­me Stra­te­gien gewin­nen (etwa in For­ma­ten wie Work­shops oder den soge­nann­ten Zukunfts­fo­ren, die wir die­ses Mal ganz neu im Pro­gramm hat­ten). Aber auch dazwi­schen, in den Pau­sen­ge­sprä­chen, etwa bei einer Tas­se Kaf­fee oder einem Stück Piz­za, haben wir ver­sucht, Ant­wor­ten auf die gro­ßen Kri­sen und Fra­gen unse­rer Zeit zu fin­den. Ant­wor­ten, die im Klei­nen, im Loka­len statt­fin­den kön­nen, und trotz­dem die struk­tu­rel­len Ursa­chen nicht aus dem Blick ver­lie­ren – und im bes­ten Fall auch anschluss­fä­hig sind über unse­re lin­ke Öko­bubble hin­aus. Denn die Aus­wir­kun­gen der Kli­ma­kri­se, des Rechts­drucks und der Angrif­fe auf den Sozi­al­staat betref­fen uns alle (sofern wir nicht zu den reichs­ten 10% gehö­ren…).

Eine Über­sicht der Ergeb­nis­se aus den Work­shops und Zukunfts­fo­ren gibt es im Abschluss­be­richt von Kars­ten Weit­zen­eg­ger: https://www.2030hamburg.de/aktiko-5-gebuendelte-energie-fuer-hamburgs-sozial-oekologische-transformation/

High­lights

Ein ers­tes High­light war bereits die Auf­takt­ver­an­stal­tung: eine Panel­dis­kus­si­on zum Mot­to „Zukunft.Macht.Sinn!“ mit San­dra Gold­schmidt (ver.di), Kris­tin Alheit (Der Pari­tä­ti­sche), Anni­ka Ritt­mann (FFF Ham­burg & Zukunfts­ent­scheid) und Prof. Klaus Dör­re (Sozio­lo­ge und Trans­for­ma­ti­ons­for­scher). Dar­in ging es u.a. um poli­ti­sche Ohn­machts­ge­füh­le, die Rele­vanz sozia­ler Bewe­gun­gen, stra­te­gi­sche Erfolgs­fak­to­ren für gesell­schaft­li­che Ver­än­de­rung und die Not­wen­dig­keit eines stär­ke­ren Fokus auf Klas­sen­kon­flik­te (zur aus­führ­li­chen Zusam­men­fas­sung geht es hier: LINK). Als kon­kre­te Akti­ons­idee brach­te San­dra Gold­schmidt den Vor­schlag ein, die Ham­bur­ger Demos zum 1. Mai nächs­tes Jahr zusam­men­zu­le­gen in Form eines Stern­marschs mit einer gemein­sa­men End­kund­ge­bung. Da die För­de­rung von Koope­ra­tio­nen ein Kern­an­lie­gen der Akti­Ko ist, haben wir uns dar­über sehr gefreut und sind gespannt, was sich aus die­ser Idee im Lau­fe der kom­men­den Mona­te noch so ent­wi­ckeln wird…

Neben der inten­si­ven Beschäf­ti­gung mit den oben genann­ten The­men und Her­aus­for­de­run­gen gab es die­ses Jahr auch ein breit auf­ge­stell­tes Rah­men­pro­gramm mit vie­len Gele­gen­hei­ten, neue Kon­tak­te zu knüp­fen, Spaß zu haben und fri­sche Ener­gie zu tan­ken. Ein Pubquiz mit Piz­za und Bier, die Hul­ly-Gul­ly-Tanz­ak­ti­on, das alko­hol­freie Sekt­früh­stück mit WER HAT, DER GIBT, das inter­ak­ti­ve „Tau­zie­hen um unse­re Lebens­grund­la­gen“ mit XR, ein Bücher­tisch vol­ler span­nen­der Lek­tü­re zum Stö­bern und gemein­sa­mes Sin­gen – alle die­se klei­nen und gro­ßen High­lights haben nicht nur die Stim­mung auf­ge­lo­ckert, son­dern waren teil­wei­se auf ihre eige­ne Wei­se auch sehr pro­duk­tiv für die wei­te­re Ver­net­zung. Zum Bei­spiel wur­de spon­tan ein Kli­ma­ge­rech­tig­keits-Chor gegrün­det und WER HAT, DER GIBT haben von San­dra Gold­schmidts Idee des gemein­sa­men Stern­marschs zum 1. Mai erfah­ren. Was außer­dem sehr zum Wohl­füh­lenbei­getra­gen hat, war ein klei­nes Team von Lots*innen, das für alle Belan­ge und Fra­gen der Teil­neh­men­den wäh­rend der Kon­fe­renz zur Ver­fü­gung stand, und die Ver­sor­gung des leib­li­chen Wohls mit Kaf­fee vom Kaf­fee­kol­lek­tiv Aro­ma Zapa­tis­ta sowie Geträn­ken von der Wild­wuchs Braue­rei (alles gegen Spen­de).

…und jetzt?

Wir glau­ben, dass klu­ge Ideen und wirk­sa­me Hand­lungs­stra­te­gien wich­tig sind für die Gestal­tung der Zukunft, aber dass es vor allem auch auf die Gemein­schaft ankommt, die dahin­ter steht. „Zukunft.Macht.Sinn!“ ist mehr als eine Bot­schaft der Zuver­sicht – es ist auch ein Hin­weis dar­auf, dass das Enga­ge­ment für eine lebens­wer­te Zukunft schon im Hier und Jetzt Sinn erzeugt, wenn wir uns mit ande­ren ver­bün­den, unse­re Sor­gen und unse­re Träu­me mit­ein­an­der tei­len und gemein­sam anfan­gen, das zu leben, was wir für rich­tig hal­ten. Sinn und Gemein­schaft sind wich­ti­ge Stütz­pfei­ler von Resi­li­enz. Wir brau­chen sie, um dem Druck einer Welt stand­hal­ten zu kön­nen, die möch­te, dass wir ihre Logi­ken nicht hin­ter­fra­gen und dass es uns egal ist, wel­che Kon­se­quen­zen unser Han­deln für die Natur, unse­re Mit­men­schen im Glo­ba­len Süden und unse­re eige­nen Nach­kom­men hat. Dar­um soll die Akti­Ko auch in Zukunft ein Ort der Begeg­nungsein, an dem wir an inhalt­li­chen Fra­gen arbei­ten und gleich­zei­tig Kraft schöp­fen kön­nen aus dem Erle­ben von Reso­nanz und Gemein­schaft.

Wenn du das gut fin­dest und dar­an mit­wir­ken möch­test, mel­de dich ger­ne bei uns unter mitmachen@aktiko.de ! Es gibt auch die Mög­lich­keit, unse­re Arbeit finan­zi­ell zu unter­stüt­zen.

Alle Infos dazu fin­dest du hier: https://www.aktiko.de/kontakt/

DANKE an alle Teil­neh­men­den der AktiKo.5 und an unse­re vie­len Unterstützer:innen, die uns dabei gehol­fen haben, das Pro­gramm auf die Bei­ne zu stel­len, die Men­schen vor Ort zu ver­sor­gen und die zwei Tage zu einem unver­gess­li­chen Erleb­nis zu machen. Wir hof­fen, ihr seid auch nächs­tes Mal alle wie­der am Start! 🙂

Feed­back:

  • „War­um die Akti­Ko Mut macht“ von Kars­ten Weit­zen­eg­ger: https://www.2030hamburg.de/aktiko-5-gebuendelte-energie-fuer-hamburgs-sozial-oekologische-transformation/
  • „Extrem wert­voll und berüh­rend, hat mei­ne Zuver­sicht gestärkt!“ (Feed­back zum Work­shop „Spre­chen und Zuhö­ren“ von Mehr Demo­kra­tie e.V.)
  • „Das Pubquiz war ganz toll!! (Das Tan­zen mit Hele­na auch ;))“
  • „Wei­ter so! Mein größ­tes *Pro­blem*: zu vie­le span­nen­de Work­shops gleich­zei­tig!“
  • „Ich fand die Stim­mung dies­mal beson­ders schön. Mit dem humor­vol­len gegen­sei­ti­gen Vor­stel­len beim Auf­takt­po­di­um, der tol­len Mode­ra­ti­on, Musik, Anfra­ge unse­rer Zustim­mung zu den Work­shop-Ergeb­nis­sen…“

Wir bedan­ken uns bei allen, die sich Zeit genom­men haben, uns ihr Feed­back zur AktiKo.5 mit­zu­tei­len. Natür­lich gab es auch Kri­tik und Ver­bes­se­rungs­wün­sche – die­se möch­ten wir auf jeden Fall bei der Pla­nung der nächs­ten Akti­Ko berück­sich­ti­gen und so gut es geht umset­zen!